Alle Beiträge von Svenja

Feinarbeit – Sinfonische Tänze

Gerade proben nur ein paar Musiker des LBO und feilen am ersten Satz von Rachmaninovs sinfonischen Tänzen. Momentan sind vor allem die Solisten an Oboe, Klarinette, Saxophon, Flöte, Fagott, Englischhorn und Horn gefragt und schaffen durch ihr Spiel eine träumerische Atmosphäre… schwelg…

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Ankunft und erster Probentag

Nach einer langen, aber fröhlichen Busfahrt ist gestern das LBO im Kloster Rolduc in Kerkrade angekommen. Statt sich gleich auf die faule Haut zu legen, packte das komplette Orchester trotz Müdigkeit kräftig mit an, um das Schlagzeug in unserem Proberaum für die nächsten zwei Tage aufzubauen. So hatte man sich dann ein anschließendes gemütliches Beisammensein zum Ausklingen des Abends im Gewölbekeller des Klosters verdient!

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Heute morgen wurde nun schon fleißig Bachseits geprobt, jetzt noch durch die zwei Cellistinnen Franziska und Sarah verstärkt!
Alle sind mit höchster Konzentration und Freude am Musizieren dabei und unser Dirigent Björn Bus feilt an allen Ecken und Enden mit gewohntem Perfektionismus und lockt alles aus uns Musikern heraus!

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Jetzt genießen gerade alle die Pause in der Sonne vor dem Kloster.

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Koffer packen für Utrecht

Die letzten Tönchen wurden gerade nochmal gespielt, um gerade den heiklen Stellen den letzten Schliff in der privaten Übekammer zu verpassen.
Die brisanten Fragen als Klarinettist: Hat man auch gute Blätter eingespielt, ist auch keins ganz plötzlich kaputt oder lasch geworden? Hat sich auch keine Schraube gelöst oder ist sonst noch was am Instrument zu machen?
Dann noch schnell das Köfferchen packen, denn morgen Nachmittag geht es los und es treffen sich nach und nach alle LBOler im Bus auf dem Weg zum ECWO, dem ersten europäischen Wettbewerb für sinfonische Blasmusik (European Championship for Wind Orchestras).

Wir werden euch und Sie alle natürlich regelmäßig auf dem Laufenden halten, was Reise, Proben und allgemeine Wettbewerbsvorbereitungen betrifft!

Das LBO am Samstag daheim live mitverfolgen

Als kleine Info vorab: Man kann den ECWO (European Championship for Wind Orchestras) am Samstag, den 21. Mai, daheim live mitverfolgen!

Im Internet kann man am Samstag von 9 – 23 Uhr den TV-Live-Stream hier anschauen: http://blaasmuziektv.nl/

Hören kann man uns und die anderen Wettbewerbsteilnehmer im Radio-Live-Stream von 14 – 23 Uhr: www.l1.nl

Das LBO soll gegen 16:30 Uhr spielen und um 22:30 Uhr wird die Preisverleihung live übertragen.
Also schaut oder hört mal rein und Daumen drücken nicht vergessen!!!

Proben in Kleingruppen

Gestärkt ging es nach dem Frühstück in die Satzproben – die Holzbläser machten sich mit Björn auf zum Proberaum des hiesigen Musikvereins, während die Blechbläser, Kontrabass und Schlagzeug in den Räumen der Akademie probten.

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Wir widmeten uns den gesamten Vormittag unserem neuen Werk, den Symphonischen Tänzen Opus 45 von Sergei Rachmaninov. Diese Transkription für sinfonisches Blasorchester hat es ganz schön in sich – so müssen Klarinetten und Saxophone häufig die Streicher imitieren und Artikulation und Klangfarbe entsprechend anpassen. Anstoß mit Zunge oder ohne, wie kurz soll der Ton sein, verklingt ein quasi Pizzicato oder hat es ein definiertes Ende…?
Diese Fragen stellte sich vor allem das Streichregister – äh, die Klarinetten – bei der Registerprobe mit Andi Kerner. Selbst die Tafel wurde bei der Vermittlung als Hilfsmittel eingesetzt – wir setzen alles ein, um das Bestmögliche aus uns herauszuholen!

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Nachmittags probten wir dann wieder tutti und widmeten uns Bachseits und dem Pflichtstück des kommenden Wettbewerbs, Cerebral Vortex. Bei letzterem gibt es einige rhythmische Raffinessen, die uns durch kreative Methoden nähergebracht wurden. Was genau wir hier machen, bleibt unter uns 😉 Es sei nur soviel gesagt: Keiner blieb auf seinem Stuhl sitzen und jeder brachte vollen Körpereinsatz – Das Resultat kann ja bei einem unserer nächsten Konzerte gehört werden!

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Im Anschluss an die abendliche Probe schaute das ganze Orchester eine Aufnahme der sinfonischen Tänze in Originalbesetzung, also Sinfonieorchester, und verfolgte die eigene Stimme mit. Mal sehen, was wir davon auf unsere Spielweise übertragen können 😉
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Feinschliff in der zweiten Probephase

Wieder strömten die Musiker des Landesblasorchesters gesammelt am Freitagabend nach Kürnbach. Nach freudigen Begrüßungen und dem ein oder anderen, der noch ein schnelles Abendessen zu sich nahm, wurden schon fleißig Stühle gestellt und das Schlagwerk aufgebaut. Dann sammelten sich um acht alle zum Stimmen und freuten sich auf den Beginn eines weiteren produktiven, geselligen und unterhaltsamen, aber sicherlich auch anstrengenden Wochenendes.

Da unser Dirigent Björn Bus noch etwas angeschlagen war, probten wir „nur“ bis 22:30 – eine Probe, in der wir wieder in unseren LBO-spezifischen Klang zurückfinden und erste Feinschliffe vornehmen konnten.

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Trotz langer Probe fanden sich danach fast alle im Speisesaal oder Flur zusammen und feierten mit gespendetem Bier, Kuchen und selbstgemachtem Apfelmost. Das ist das Schöne am LBO – die Gemeinschaft beim und über das Proben hinaus!

Am nächsten Morgen waren trotzdem alle fit für die Registerproben, bei denen in den einzelnen Stimmgruppen nochmal näher ins Detail gegangen werden konnte. Ab da gab es nur noch Tuttiproben, denn das Konzert rückt immer näher. Feinarbeit ist Programm: Bei Cerebral Vortex wurden rhythmisch komplexe Stellen ganz genau geprobt und darüber diskutiert, welche Schlägel für die Röhrenglocken eingesetzt werden sollten. Auf Reginas Einwand in einer Saxophonstelle, dass die Spieler vielleicht auch irgendwann atmen müssten, antwortete Björn ganz einfach: „Neee, da gibt’s nichts zu atmen!“ Ob er das wohl ernst meint? 😉

In den Pini di Roma sorgte das Vogelgezwitscher aus dem Samsung-Handy für kurze Lacher – auch hier: Abspielen aus dem Handy und wenn ja, mit oder ohne Lautsprecher? Im selben Stück werden auch Offstage Blechbläser eingesetzt, wie bereits im Kalifornienprogramm. Auch das muss immer geprobt werden: Hört der Spieler das Orchester überhaupt? Wie wirkt sich die räumliche Distanz auf eine mögliche akustische zeitliche Verschiebung der Stimmen aus?

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Am Samstagabend dann konnten wir Chroma zum ersten Mal mit den beiden Solistinnen Cécile Grüebler und Raphaela Gromes spielen, denen das Werk Buerkis auch gewidmet ist. Die beiden musizieren wunderbar zusammen und ihr Strahlen und Lächeln sprang sofort auf Dirigenten und Orchester über. Sie verabschiedeten sich am Sonntag nach dem Werkstattkonzert mit den Worten: „Ihr seid ein tolles Orchester und es macht großen Spaß, mit euch zusammen zu spielen!“ Das können wir nur erwidern!

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Am Sonntag hatten wir ein „Geburtstagskind“, Alexandra Zinßer an der Klarinette, die uns mit diesem wunderbaren Apfelmost versorgt hatte. Außerdem war nun als Letztes auch die Harfe da und somit waren wir bestens gerüstet für das Werkstattkonzert nach dem Mittagessen. Die Ohrwürmer dieses Wochenendes werden wohl noch einige Zeit in unseren Ohren nachklingen!

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Die Bilanz: Wir konnten vieles nochmal verbessern und jeder weiß aber auch, was er bis zum Konzertwochenende noch tut kann, damit unsere Zuschauer den bestmöglichen LBO-Sound zu hören bekommen. Das erste Konzert ist am Samstag, den 24. Oktober um 19Uhr, in der FILharmonie in Filderstadt-Bernhausen. Eintritt frei, also kommt zahlreich!

Konzert im Castello di Amorosa

Ein enthusiastisches Publikum erwartete uns bei diesem zweiten und letzten Konzert im Napa Valley. Das Weingut, in dem wir spielten, sah tatsächlich fast aus wie eine toskanische Burg und bot ein tolles Ambiente für unser zweites Konzert.

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Castello di Amorosa

Die Anspielprobe gestaltete sich recht kurz und wir mussten uns schnell wieder aufeinander einstellen, da wir tatsächlich wieder vier Tage nicht zusammen gespielt hatten.

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Anspielprobe

Glücklicherweise gelang uns das tatsächlich wieder gut und wir hatten uns trotz ungewohnter Akustik mit Open Air schnell wieder gefunden – man merkt einfach, dass wir auf dieser Reise unglaublich gut zusammen gewachsen sind und das macht sich auch in der Musik bemerkbar. Es war angenehm, dass wieder eine Truppe für uns den Aufbau und Umbau übernahm, da vor uns zwei andere Orchester aus Kanada spielten.

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Kanadisches Orchester im Castello

Das Konzert selbst war unterhaltsam wie nie. Björn machte Ansagen zwischen den Stücken, die vom Publikum mit Kommentaren, Lachern und Ausrufen begleitet worden – insbesondere eine Dame in den hinteren Reihen lenkte mit einem überdimensionierten Kuscheltier-Pinguin die Aufmerksamkeit auf sich. Beim Spielen jedoch war unsere Aufmerksamkeit wieder voll und ganz bei der Musik und wir hätten gerne noch länger dort gespielt!
Nach dem Konzert blieb eine kleine Truppe auf der Bühne und spielte vier Egerländer – sehr zum Vergnügen des Publikums, der spielenden Musiker und vor allem Björns, der endlich endlich Egerländer im Frack dirigieren durfte (ein lang gehegter Wunsch).

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Egerländer

Die anschließende Weinprobe und gemütliche Zusammensitzen fiel viel zu kurz aus, gerne wären wir noch länger gesellig im Weinkeller beisammen gestanden um den letzten Abend zu genießen, aber der Weg zum Hotel musste ja schließlich auch noch zurückgelegt werden.

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Weinprobe im Keller

Hier sind wir nun glücklich und zufrieden angekommen und wünschen unseren Lesern in Deutschland einen wunderschönen guten Morgen, während wir nun mit den letzten Melodien im Ohr zu Bett gehen.