Alle Beiträge von jakoboe90

DAY ELEVEN, 12.20 p.m. – Abflug

Nach 11 wunderschönen Tagen und 2 grandiosen Konzerten geht es wieder zurück nach „good old Germany“.

Die Koffer sind gepackt und die Instrumente verstaut. Hoffentlich klappt beim Rückflug alles genauso gut wie beim Hinflug. Viele von uns nehmen ihre Shopping-Ausbeute mit und alle haben schöne Erinnerungen aus Kalifornien im Gepäck. Was bleibt ist auf jeden Fall das Gefühl sich gut international verkauft zu haben. Wir freuen uns auf weitere Konzertreisen in den nächsten Jahren!

Anstehen an der Gepäckannahme
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DAY TEN, 10.40 a.m. – Goodbye San Jose

Am neunten Tag unserer Reise verlassen wir San Jose und fahren mit dem Bus ins Napa Valley, wo wir zusammen mit zwei kanadischen Orchestern Teile unseres WASBE-Konzertes wiederholen. Während der Busfahrt bleibt die Zeit für ein kleines Fazit.

In meinem ersten Blogbeitrag vor der Reise habe ich versucht mir auszumalen, wie eine WASBE-Konferenz auszusehen hat. Ich habe mich gefragt wie groß eine Weltkonferenz sein wird und ob man diese mit einem baden-württembergischen Landesmusikfest vergleichen kann. In meinen Erwartungen wurde ich völlig überrascht – nichts kam so wie ich mir das vorgestellt hatte.

Die Konferenz ist vergleichsweise klein; jeden Tag gibt es 2-3 Konzerte, morgens „Repertoire Sessions“, Vorträge von Dirigenten und Meisterkurse. Eigentlich ein überschaubares Programm. Theoretisch kann man an allen Veranstaltungen teilnehmen, nichts läuft parallel. Auch die Anzahl der Besucher war überschaubar. Allerdings ist der große Unterschied zu den deutschen Musikfesten der, dass die Teilnehmer sehr international, bekannt, berühmt und wichtig sind. Nur bei einer WASBE-Konferenz hat man die Möglichkeit mit David Maslanka zum Hotel zu schlendern, mit Adam Gorb einen Small-Talk zu halten oder Johann de Meij zu seiner neuen Komposition zu beglückwünschen. Im Gespräch erfährt man von jordanischen Dirigenten wie sie die Ausbildung der Jungmusiker vorantreiben und dass es in den USA kaum Musikvereine, sondern fast ausschließlich Highschool-Bands gibt.

Nie hätte ich mir erträumen lassen, dass unser Konzert bei diesem international hochkarätigen Konzertpublikum so gut ankommt und dass es auf der WASBE-Konferenz nur noch ein Gesprächsthema gibt: The Orchestra from Germany.

DAY NINE, 9:08 p.m. – The other side of California

Mit Los Angeles, San José und San Francisco haben wir bereits die urbane Seite Kaliforniens kennengelernt. Deshalb entschied sich eine kleine Reisegruppe an unserem freien Tag für Mammutbäume und stille Sandstrände.

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Blick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge nach der Überfahrt

Mit dem Mietwagen fuhren wir von San José nach San Francisco, über die Golden Gate Bridge zum Muir Woods National Park. Dort sahen wir bis zu 70 Meter hohe Redwoods, die bis zu 1000 Jahre alt sind. Unglaublich sind die Durchmesser der Stämme: bis zu 2 Meter!

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Blick in die Gipfel der 70 Meter hohen Reedwoods

Danach ging es an den Muir Beach. Ein wunderschöner Sandstrand, der fast menschenleer wirkt. Die Aussicht von den Klippen darüber ist der Hammer! Wenn man da nicht neidisch wird…

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Blick auf den Pazifik vom Muir Beach aus

DAY SEVEN, 10:36 p.m. – Der Tag danach

Am Tag nach unserem Konzert werden LBO´ler immer wieder angesprochen und zum großen Konzert gestern Abend beglückwünscht.

Unser Konzert scheint gut angekommen zu sein. Nicht nur in diversen Blogs (s.u.), in einige Facebook-Posts oder Twitter-Einträge, sondern auch in Gesprächen mit den Besuchern der WASBE-Konferenz kommt immer wieder die Wertschätzung für unseren gestrigen Auftritt zum Ausdruck.

Mindestens eine genauso große Wertschätzung hat das Wind Ensemble der University of Louisville verdient, dessen Konzert wir heute Abend besucht haben. Besonders in Besetzung und Klang sind direkt Unterschiede zum LBO zu erkennen: die Amerikaner spielen gerade mal mit 6 (!!!) B-Klarinetten; das LBO hat hingegen über 20. Dafür haben die Amerikaner genauso viele Flöten wie Klarinetten und kaum Tuben. Der Orchesterklang ist deshalb nicht so dunkel und warm wie wir das aus Europa gewohnt sind.

Trotzdem bot das heutige Konzert einige klanglichen Überraschungen. Besonders gelungen war das Saxophonkonzert von Frank Ticheli mit einem hervorragenden Solisten und das Stück ‚The Frozen Cathedral‘ von John Mackey, bei dem 11 Schlagzeuger im ganzen Raum verteilt im Einsatz waren. Die Komponisten beider Stücke waren anwesend. Das macht doch so eine Weltkonferenz aus…

DAY SIX, 6:18 p.m. – Zu Besuch bei Apple

Vor unserem großen Konzert heute Abend hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. Also nichts wie los ins Silicon Valley zum Firmensitz von Apple.

Mit dem Bus fährt man eine dreiviertel Stunde von unserem Hotel ins berühmte Silicon Valley und damit in eine andere Welt von IP-Nerds und Internet-Junkies. Es war kaum zu übersehen, dass hier der Hauptsitz von Apple sein muss: Jeder  – und damit meine ich wirklich jeden – der uns auf der Straße entgegenkam, hatte ein I-Phone am Ohr, eine Apple-Watch am Handgelenk oder ein Mac-Book unter dem Arm. Auf dem Apple-Campus herrscht wirklich eine komplett andere Welt.

Der Eingang zum Apple-Campus und zu einer anderen Welt
Der Eingang zum Apple-Campus und zu einer anderen Welt

Ein wahres Paradies für Computerfreaks und Apple-Fans. Leider kann man das Ganze nur von draußen bestaunen, denn das Betreten des Hauptsitzes ist nur mit Einladung erlaub; Fotos sind strengstens Verboten…

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Das Apple-Hauptquartier in Cupertino

Day FIVE, 7.14 p.m. – Welcome to San Jose

Das LBO ist auf der WASBE-Konferenz angekommen.

Das California Theatre von draußen
Das California Theatre von draußen

Nach zwei wunderbaren Proben und ersten Konzertbesuchen steigt die Vorfreude auf unser morgiges Konzert. Der Saal wurde schon mal unter die Lupe genommen und die Akustik getestet.

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…und die Bühne auf der wir morgen unser Konzert spielen werden.

Gemeinsam geht es jetzt zum Konzert von ‚Brooklyn Wind Symphony‘. Auf dem Programm stehen Werke von Maslanka und anderen (für mich unbekannte) amerikanischen Komponisten. Ich bin gespannt…

DAY FOUR, 11.54 p.m. – Auf dem El Camino Real nach San José

Nach einer 7-stündigen Busfahrt sind wir in San José angekommen, wo die WASBE-Konferenz und unser Konzert am Dienstag stattfinden.

Nach dem letzten typisch amerikanischen Frühstück im Hotel in L.A. ging es heute Morgen schon um 8 Uhr los Richtung San José. Die Reiseroute führte entlang des geschichtsträchtigen El Camino Real, dem spanischen Königspfad. Bei einem Zwischenstopp in Santa Barbara konnten wir die dortige Mission spanischer Einwanderer besichtigen und am Strand Sonne tanken. Im spanischen Flair von Santa Barbara und an der wundervollen Natur rund um den El Camino Real erkennt man sofort die gleichnamige Reed’sche Komposition wieder. Jeder LBO’ler kann nach dieser Reise von der Landschaft und den Städten berichten, die Alfred Reed zu El Camino Real inspirierten. Zu Recht zählt dieses Werk auch aufgrund der landschaftlichen Vorbilder zu den besten der Blasorchesterliteratur.

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