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Über alexazinsser

Ich spiele mit kinderbedingten Unterbrechungen seit 2001 als Klarinettistin im LBO mit. Mit der Musik habe ich bereits vor 20 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht. Beim LBO spiele ich, weil ich hier ein hohes Niveau und eine freundschaftliches Miteinander der Musiker erlebe. Das LBO ist wie eine "Musikfamilie" für mich.

Ein Doppelkonzert zum Saisonabschluss

Das letzte Konzert der Saison ist beim LBO immer mit einer gewissen Wehmut verbunden. Man verabschiedet sich von Werken – vorläufig oder ganz, von Mitmusikern und Freunden – für eine Weile oder auch für länger. Aber umso größer ist bei diesen Abschlusskonzerten das Bewusstsein und der Vorsatz, alles noch einmal besonders zu genießen.

Dazu hatten wir am 15. November in Magstadt bei Böblingen Gelegenheit. Veranstalter des Doppelkonzertes mit dem Kreisjugendorchester Böblingen war der Kreisverband Böblingen, Gastgeber der Musikverein Magstadt, der mit einem warmen Empfang und hervorragender Verpflegung, während des ganzen Tages, für perfekte Rahmenbedingungen sorgte.

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Bereits beim Aufbau des Schlagwerkes und der Stühle wurde klar, dass die Bühne eher zur „kuscheligen“ Art gehörte . Nachdem wir alle nach einigem hin und her Gerutsche auf der Bühne unseren Platz gefunden hatten, machte sich die Erkenntnis breit, dass im Laufe des Probetages und vor allem am Abend ja auch noch eine Harfe und zwei Cellistinnen auf die Bühne passen mussten. Glücklicherweise konnten hier unsere Gastgeber durch das Beschaffen eines zusätzlichen Podestes Abhilfe schaffen.

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Nach fleißiger Probe durften wir unser Mittagessen genießen, während das KJO Böblingen die Zeit für eine Anspielprobe nützte. Ein Doppelkonzert zum Saisonabschluss weiterlesen

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Musikalische Nachlese – 7-Minuten-Interview mit unserem Dirigenten Björn Bus

IMG_0576Lieber Björn, wie hast Du die Reise nach San José empfunden. Was hat die Reise für Dich bedeutet?

Unglaublich viel! Es gibt da zwei Aspekte: Zum einen hat es für das LBO allgemein unglaublich viel bedeutet. Ich denke, wir haben eine gute Visitenkarte abgegeben. Das LBO befindet sich nun auf einer internationalen Ebene, durch diese Veranstaltung und das Konzert, das wir dort gespielt haben. Vor allem im Bewusstsein der Amerikaner hat es bewiesen, dass es auch europäische Orchester gibt, die sehr gut symphonische Blasmusik spielen können. Allerdings auf andere Art und Weise, als es die Amerikaner gewöhnt sind. Aber an den Reaktionen des Publikums und den Rückmeldungen, die wir bekommen haben, haben wir gemerkt, dass es sehr geschätzt wird, welche Musik wir spielen. Und vor allem, wie wir die Musik spielen, wie wir die Musik beleben, denn das ist ein großer Unterschied zwischen Europa und Amerika, diese Emotionsgeschichte, wie man da dran geht.

Was denkst Du, warum das in Amerika anders ist? Warum ist die Tradition dort eine andere?

Das hat sehr damit zu tun, dass der Amerikaner eigentlich keine eigenständige Kultur hat. Das ist jetzt nicht böse gemeint. Es trifft aber auf die weißen Amerikaner zu. Die schwarzen Amerikaner haben eine Kultur, die abstammt von ihren afrikanischen Vorfahren. Das sieht man dann auch zum Beispiel in New Orleans, wenn die dann ihre eigene Musik machen, ihre Jazzmusik, dann ist die Emotion voll da. Und alles andere ist von außen reingekommen, nichts Gewachsenes…

So wie auch in der Architektur…

Ja, in allen Dingen. Und wenn ein Volk so viele äußere Einflüsse übernimmt, kann es sie sich nie völlig zu eigen machen, weil es nicht tief verwurzelt ist. Anders als bei uns in Europa, wo beispielsweise die klassische Musik aus Osteuropa sehr tief empfunden ist und diese Emotionen auch transportieren kann.

Meine nächste Frage wäre, wie denkst Du, hat diese Reise das LBO weitergebracht? Sowohl in der Aussenwirkung als auch für uns. Ist das LBO an dieser Reise gewachsen?

Das LBO hat von der Reise dahingehend profitiert, wie das immer bei Konzertreisen ist, dass es als Gruppe noch stärker zusammen gewachsen ist. Das Teamgefühl hat sich noch verstärkt, und das hört man natürlich auch in der Art, wie man zusammen musiziert. Das ist eine der Stärke des LBO. Das LBO ist ein Orchester, das sich aufgrund seiner Struktur sehr wenig sieht…

Aber dafür dann sehr intensiv…

Genau, und wenn man dann auf so einer Reise eine ganze Woche miteinander verbringt, dann wird dieses Gefühl glaube ich nur stärker.

Welche Perspektiven haben sich nun aus unserer erfolgreichen Teilnahme ergeben, was für Türen haben sich möglicherweise für uns geöffnet. Wie sieht die Planung für die nächste Zeit aus?

Es gibt viele neue Perspektiven. Wir haben viele neue Kontakte geknüpft und viele dieser neuen internationalen Bekanntschaften würden es gerne sehen, wenn das LBO in der Zukunft auch mal in ihrem Land spielen würde.

Beispielsweise…

Beispielsweise haben wir eine Verbindung ins Baltikum, die uns gerne dort sehen würden, wir haben ein Angebot aus Italien, aus der Gegend von Florenz, das für uns sehr interessant wäre. Es gab eine Delegation aus Irland, die gerne das Orchester in Irland sehen würden. Wir haben jetzt also die Kontakte, die uns eine Reise ermöglichen würden. Wenn wir irgendwo spielen wollen, dann reicht eine Email um das zu ermöglichen. Das ist toll, dass es da so ein großes Interesse gibt. Ich denke, auch wenn wir noch einmal zurück wollten nach Amerika, gibt es da jetzt so viele Kontakte mit Universitäten, dass es sehr einfach wäre, das zu organisieren.

Nicht zu vergessen, nächstes Jahr die Europameisterschaften…

Ja, dann haben wir ja auch noch unsere eigene Planung: Wir haben im Mai die Europäischen Meisterschaften, die European Championship for Wind Orchestra, ein europäischer Wettbewerb für Blasorchester in Utrecht in den Niederlanden. Das steht 2016 an, 2017 planen wir am WMC in Kerkrade teilzunehmen und im selben Zeitraum gibt dann auch wieder eine Internationale WASBE- Konferenz, die in Utrecht stattfindet. Wir werden versuchen, diese beiden Veranstaltungen miteinander zu kombinieren, die Wettbewerbsteilnahme beim WMC in Kerkrade mit einem Galakonzert bei der WASBE- Konferenz in Utrecht.

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Foto: M. Katzmann

Meine letzte Frage: Abgesehen vom Musikalischen, wie hast Du es empfunden, mit dem LBO unterwegs zu sein?

Ja, weißt Du, das LBO hat schon von Anfang an ein großes Gefühl bei mir ausgelöst auch emotional. Es gibt eine bestimmte Verbindung auf emotionaler Ebene und natürlich wird dieses Gefühl nach so einer Reise noch stärker. Nach zwei, drei Jahren weiß man dann auch so ungefähr, was man voneinander erwarten kann und arbeitet immer weiter an dieser Beziehung.

Viele letzte Male…

Nun ist es soweit, der Bus ist beladen, wir haben San José noch ein letztes Mal  zu gewunken. Ein Abschied auf Raten: Gestern nützten viele unseren freien Tag für weitere Erkundungen in San Francisco. Man kam zurück, zufrieden und bereichert aus dieser Traumstadt, die sich uns, vor allem wettermäßig, von ihrer besten Seite gezeigt hat, allerdings auch müde und mit schmerzenden Füßen.

 Dennoch fand sich am Abend noch ein erstaunlich großes Grüppchen, um zum letzten Mal das Abendkonzert im California Theatre zu besuchen. Natürlich auch, weil das Konzert der Dallas Winds eines der Highlights der Woche zu werden versprach (neben unserem eigenen Konzert natürlich). Aber eben auch, weil es die letzte Gelegenheit war. Die letzte Nacht im Ramada San José, das letzte Frühstück hier, heute der letzte Tag, das letzte Konzert…

Es ist nicht zu übersehen, die Reise nähert sich dem Ende. Aber noch ist nicht aller Tage Abend: Wir können heute noch einen fabelhaften Tag im Napa- Valley verbringen, werden heute Abend ein großartiges Konzert spielen und die verbleibende Zeit gut zu nutzen wissen!

Guten Morgen San José

Mit leichtem Wehmut verließen wir gestern unser tolles Hotel, die Embassy Suites in Downey bei Los Angeles.

   

Eingangslobby der Embassy Suites
 
Im Vergleich dazu lässt es unser neues Hotel ein kleines Bisschen an Charme vermissen.
 
Hotel Ramada: Blick auf Hotel und Pool
 
Aber, die etwas begrenzten Verhältnisse im Frühstücksraum fördern definitiv den Gemeinschaftsgeist  
Frühstücksraum im Ramada San Jose
  

Und schließlich sind wir ja wegen der Musik hierher gekommen. Und da sehen wir nun heute, abgesehen von einer kleinen Sondierungsprobe vorgestern, unserem ersten richtig musikalischen Tag entgegen. Zwei Probeeinheiten stehen auf dem Plan, sowie zwei Möglichkeiten, die Konzerte anderer Orchester zu besuchen.

WASBE, wir kommen!

Endlich geschafft… oder?: Gute Organisation ist Alles!

Wahrscheinlich als eine der letzten (mal wieder), habe auch ich es geschafft, meine sprichwörtlichen „sieben Sachen“ beieinander zu haben. Große Ereignisse werfen Ihren Schatten weit voraus, so sagt man. Nun, ich neige da eher zur Progastination, will sagen, ich neige dazu, Dinge unangenehmer Art vor mir her zu schieben, bis es aber auch gar keinen Aufschub mehr duldet.

Wie gut, dass wir im LBO jemanden haben, der uns das Denken ein ganzes Stück abnimmt und zudem jeden notwendigen Schritt so aufbereitet, dass es auch für den Unorganisiertesten ein Leichtes ist, ihn ab zu haken. Das gesamte Orga-Team des LBO, für dessen Mitglieder die Organisation der Reise bereits seit Monaten zu einem heimlichen (oder eher unheimlichen) Vollzeitjob geworden ist, leistet im Hintergrund für uns unglaublich gute Arbeit. Dennoch, mein Retter in der Not, meistens und immer wieder ist und bleibt Erich Hermann, seit Menschengedenken Personalreferent des LBO. Er vereint in sich zwei Vorzüge, die mir komplett abgehen: er ist sensationell strukturiert und außerdem sehr USA erfahren. Und das Beste: Er teilt dies mit uns allen!

Die USA- Reise war für mich gedanklich noch Lichtjahre weit weg, da wurde ich bereits mit Aufträgen versorgt. Auf der Website des LBO im internen Bereich gab es nun Checklisten, was es zu erledigen gilt. Fabelhaft aufbereitet, ausführlich erklärt und meistens auch gleich mit den nötigen Adressen, oder Links ausgestattet: Reisepass checken, gegebenenfalls einen neuen beantragen, ca. 3 Monate vorher.

Noch ewig Zeit, denke ich mir, bin dann aber doch ein wenig stolz, dass ich Erichs Erinnerungsmail „Letzte-Möglichkeit-zur-Beantragung-eines-neuen-Reisepasses“um eine ganze Woche zuvor komme. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Auch bei der ESTA-Anmeldung will ich das nun schaffen. Dieses elektronische Verfahren ermöglicht es Bürgern aus den USA nahe stehenden Nationen, den Einreiseantrag auf elektronischem Wege und vergleichsweise unbürokratisch zu erledigen, anstatt formal ein Visum zu beantragen. Dies kann eigentlich bis 72 Stunden vor der Einreise erfolgen, allerdings hat man dann auch im Falle einer Ablehnung des Antrages keine Möglichkeit mehr, die Einreise auf anderem Wege zu regeln.

Nun auch hier schaffte ich es, Erichs letzten Aufruf um wenige Tage zu unterbieten, aber nur fast. Denn leider scheiterte ich bei näherer Betrachtung des Antrages dann doch daran, dass man die fällige Gebühr von 14 $ nur per Kreditkarte entrichten kann und ich hatte noch gar keine Kreditkarte. Ohne Kreditkarte keine Einreise in die USA.

Also zunächst eine Kreditkarte beantragen. Nach gründlichen Recherchen und Analysen der vielfältigen Angebote beantragten wir die erste Kreditkarte unseres Lebens. Deren Auslieferung wurde durch den Poststreik leider etwas verzögert. Erichs letzter Aufruf für die Anmeldung kam, verstrich und wir waren nach wie vor ohne ESTA. Endlich kam die Kreditkarte und offensichtlich konnten wir die obligatorischen Fragen nach ansteckenden Krankheiten und eventuellen terroristischen Vorhaben zufriedenstellend beantworten, den 72 Stunden später hatten auch wir sie: Die Genehmigung zur Einreise in die USA.

Mein persönlicher Weg nach San José….

war von Anfang an kein leichter. Lange sah es so aus, als ob ich dem Flugzeug nach Kalifornien in Frankfurt würde hinterherwinken müssen. Mein Mann Helmut und ich spielen beide im LBO, er Bassposaune, ich Klarinette. Da wir drei teilweise schulpflichtige Kinder haben sah es zunächst nicht so aus, als ob wir es ermöglichen können, beide die Reise an zu treten. Die beiden Omas kümmern sich toll um unsere drei Buben und haben dazu während der regulären LBO- Termine auch genügend Gelegenheiten. Vier Probewochenenden im Jahr, einiges an Konzerten, CD- Aufnahmen und auch kleinere Reisen, wie beispielsweise im letzten Jahr in die Niederlande, der Heimat unseres neuen Chefdirigenten Björn Bus, da kommt schon was zusammen. Eine zehntägige Kalifornienreise ist da noch mal eine ganz andere Größenordnung! Mein persönlicher Weg nach San José…. weiterlesen