Jeder Musiker ist anders

Dass das Landesblasorchester Baden-Württemberg in diesem Jahr die Reise zum World Music Contest im niederländischen Kerkrade antritt, hat Tobias in seinem letzten Blogbeitrag schon beschrieben. Doch eine Reise bedarf auch immer einer guten Planung und Vorbereitung, damit alles optimal über die Bühne geht. Wie sieht das aus?

Espressomaschine und Gummibärchen

Bei 85 Musikern gibt es auch mindestens genauso viele Arten, wie sie sich auf den Wettbewerb vorbereiten. Die gemeinsame Reise lässt das Orchester nochmal mehr zusammenwachsen, aber wie gehen die Einzelnen mit der Ausnahmesituation um? Viele erinnern sich gerne an ihre letzte WMC-Teilnahme in Kerkrade, bei der eine beeindruckende Atmosphäre herrschte. Fahnen oder Plakate in nahezu allen Geschäften zeugten von der Begeisterung der Gastgeber für die Musik. Aber auch die, die zum ersten Mal dabei sind, erwarten Unterschiedliches.

Dominik Pscheidt freut sich generell auf eine Stunde sehr gute Musik und ein tolles Konzert. Er nimmt zum ersten Mal beim WMC teil und kann sich dann „endlich mal diesen Wunsch erfüllen“. Wichtige Dinge, die er mitnimmt, sind Gummibärchen für die Proben – was erahnen lässt, welches Instrument er spielt – und eine portable Espressomaschine. Aufgeregt sei er jetzt noch nicht, das käme jedoch „kurz bevor es auf die Bühne geht“. Und dann versucht er, den Wettbewerbsgedanken auszublenden und einfach ein möglichst gutes und fehlerfreies Konzert zu spielen.

Bereits zum zweiten Mal ist Walter Melcher Teilnehmer beim WMC. Er schaut mit Freude auf den „Magic Moment“, bei dem alle maximal fokussiert sind und in einer Stunde ihr Bestes abrufen. Dass der alle vier Jahre stattfindende Wettbewerb der wichtigste für die Blasmusik ist, merke man auch an der Stimmung, die überall im Umfeld zu spüren sein wird. Wie bei einem Festival, sei man Teil einer großen Gemeinschaft. Zur Vorbereitung versucht er, auf der Posaune „so fit zu sein, wie nur möglich“. Nervosität spiele bei ihm keine Rolle, er sei nur im positiven Sinne angespannt, ob alles klappt, wie es geplant wurde. Wenn das LBO das Publikum – darunter seine Eltern und Freundin – einfangen und die besondere Atmosphäre schaffen kann, sei alles möglich.

Corinna Henger war ebenfalls noch nie beim WMC, aber freut sich riesig darauf, zum ersten Mal Teil des Events zu sein. Viele Menschen kommen zusammen und erleben gemeinsam die Musik. Doch bis dahin heißt es: Vorbereitung – und ihre besteht „natürlich auch aus üben“. Zusätzlich würden die intensiven Probetage vor dem Wettbewerb das ganze Orchester dann nochmal einen riesen Schritt weiterbringen. Sie hat neben einem Flötensolo viele wichtige Stellen in den Stücken. Dass sie da etwas nervös wird, „kann passieren, aber das Adrenalin unterstützt dabei, einen intensiven Vortrag mit Emotionen auf die Bühne zu bringen“. Das Programm und die Stückauswahl findet sie „fantastisch, da das Konzept bis ins Detail durchdacht und auf mehreren Ebenen zugänglich ist“. Musik habe für sie nichts mit Wettbewerb zu tun, denn „Musik kann man nicht messen, jeder Musiker soll tolle Momente auf der Bühne erleben und diese mit dem Publikum teilen. Wenn es der Jury dann noch gefällt, wäre es das i-Tüpfelchen.“

Wie ich mich auf meine erste Teilnahme am WMC vorbereitet habe? Ich habe – neben der musikalischen Vorbereitung – verschiedene Sequenzen aus unserem Imagefilm und unseren Teasern für die Kalifornienreise, die im Juli auch schon wieder zwei Jahre her ist, herausgeschnitten und daraus einen WMC-Teaser gebastelt. Auszüge aus Corinnas Solo „Syrinx“ von Claude Debussy und dem eigens für unser WMC-Programm komponierten Percussion Opener „Middle East Raid“ von Eckhard Stromer haben dafür perfekt gepasst. Das Ergebnis kann man hier sehen:

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Über Johannes

Seit 2015 bin ich Mitglied des LBO und durfte gleich in meinem ersten Jahr zur WASBE-Konferenz nach Kalifornien reisen. Darauf folgten beeindruckende Konzerte in den Niederlanden — beim ECWO 2016 in Utrecht und beim WMC 2017 in Kerkrade, bei dem wir Vizeweltmeister wurden. Das Besondere am LBO ist für mich die Symbiose aus Berufs- und Hobbymusikern, die einen nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich weiterbringt.

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