Ein Doppelkonzert zum Saisonabschluss

Das letzte Konzert der Saison ist beim LBO immer mit einer gewissen Wehmut verbunden. Man verabschiedet sich von Werken – vorläufig oder ganz, von Mitmusikern und Freunden – für eine Weile oder auch für länger. Aber umso größer ist bei diesen Abschlusskonzerten das Bewusstsein und der Vorsatz, alles noch einmal besonders zu genießen.

Dazu hatten wir am 15. November in Magstadt bei Böblingen Gelegenheit. Veranstalter des Doppelkonzertes mit dem Kreisjugendorchester Böblingen war der Kreisverband Böblingen, Gastgeber der Musikverein Magstadt, der mit einem warmen Empfang und hervorragender Verpflegung, während des ganzen Tages, für perfekte Rahmenbedingungen sorgte.

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Bereits beim Aufbau des Schlagwerkes und der Stühle wurde klar, dass die Bühne eher zur „kuscheligen“ Art gehörte . Nachdem wir alle nach einigem hin und her Gerutsche auf der Bühne unseren Platz gefunden hatten, machte sich die Erkenntnis breit, dass im Laufe des Probetages und vor allem am Abend ja auch noch eine Harfe und zwei Cellistinnen auf die Bühne passen mussten. Glücklicherweise konnten hier unsere Gastgeber durch das Beschaffen eines zusätzlichen Podestes Abhilfe schaffen.

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Nach fleißiger Probe durften wir unser Mittagessen genießen, während das KJO Böblingen die Zeit für eine Anspielprobe nützte.

Da das gesamte Böblinger Kreisjugendorchester bei unserem Lehrkonzert dem Motto „Mitspielen statt Zuhören“ folgte, wurden nur vergleichsweise wenige LBO- Musiker gebraucht, um die Reihen noch ein wenig aufzufüllen. Gewünscht hatten sich die Böblinger das Werk Persis von von James L. Hosay, eines der Stücke, die das Kreisverbandsorchester Böblingen auch am Abend im Konzert spielte. Nach einer kurzen, charmanten Begrüßung durch unseren Trompeter Christian Ruetz, moderierte unser Chefdirigent Björn Bus das Lehrkonzert in seiner gewohnt unterhaltsamen und eloquenten Art. So erfuhr man einiges über Chamäleons, Pfirsiche,aber auch über die besonderen Merkmale der amerikanischen Highschoolbandtradition und ihre Auswirkungen auf den Kompositionsstil amerikanischer Komponisten. Aber auch Hinweise zu Besetzung und Probenmethodik gaben, sowohl den beteiligten Musikern, als auch den interessierten Zuhören im Publikum, wertvolle Tipps. Das Lehrgangsorchester glänzte durch Spielfreude und Flexibilität im Ausprobieren der verschiedenen Möglichkeiten und sorgte für ein gelungenes Lehrkonzert. Obligatorisch folgte der Hinweis auf unsere zweimal jährlich stattfindende LBO-hautnah- Akademie, bei der alle Interessierten sogar noch viel tiefere Einblicke in Probenarbeit und Interpretation gewinnen können.

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Nach kurzer Regenerations- und Umziehpause konnten wir den ersten Teil des Konzertes zunächst aus dem Zuschauerraum genießen. Das Kreisjugendorchester Böblingen spielte klangschön und mit großer Spielfreude das bereits aus dem Lehrkonzert bekannte Persis von James L. Hosay, The Rock von Hans Zimmer, The Legend of Maracaibo von Jose Alberto Pina und bekannte Melodien aus dem Musical Tanz der Vampire in einem Arrangement von Wolfgang Wössner. Natürlich durfte das Böblinger Kreisjugendorchester die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen.

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Nach der Pause durften wir uns wieder auf der Bühne zusammen kuscheln. Wir begannen unser etwas verkürztes Programm mit der furiosen Ouvertüre zu Ruslan und Ljudmilla von Michail Glinka. Hier konnte auch das LBO nun Spielfreude beweisen. Darauf folgte eines der Highlights unseres Auftritts: Chromà, ein Konzert für zwei Celli und Blasorchester des Schweizer Komponisten Mario Bürki. Hier verspürte ich nun die oben bereits erwähnte Wehmut, war es doch klar, dass wir dieses ergreifende Werk heute abend zum letzten Mal spielen würden. Chromà hat sich in den letzten Wochen und Monaten zum heimlichen Favoriten vieler LBO- Musiker gemausert, was vor allem dem klangschönen und vor Musikalität sprühenden Spiel der beiden Solistinnen Raphaela Gromes und Cécile Grüebler zu verdanken ist. Sie sind uns in diesem halben Jahr schon sehr ans Herz gewachsen, da sie uns mit ihrer seelenvollen Interpretation vor allem des dritten Satzes unzählige Gänsehautmomente beschert haben. Hierfür vielen Dank! Das ist es, was das LBO ausmacht und warum jeder immer wieder auch bereit ist, einige Mühen auf sich zu nehmen: Diese Magic Moments machen es wett!

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Für weitere Gänsehautmomente sorgte auch das letzte Werk Pini di Roma von Ottorino Respighi. Vier Sätze mit sehr unterschiedlichen Charakteren, traumschöne Solostellen und farbige, bildhafte Klangmalereien münden letztendlich in einem unglaublich lauten aber unglaublich ergreifenden Finale, bei dem sich das Orchester und eine aus Trompeten und Posaunen bestehende Banda vom anderen Ende des Saales gegenseitig zuspielen. Gott sei Dank bleibt dieses tolle Werk auch im nächsten Halbjahr noch im Programm!

Voll von Adrenalin und Endorphinen bewältigten wir zwei Zugaben und den Abbau und dann begann das große Verabschieden. Viele wird man jetzt monatelang nicht sehen, einige treffen sich bereits im Januar wieder, um in der Ortenau ein Ensemblekonzert vorzubereiten. So wird die Zeit nicht ganz so lang bis sich dann im Februar hoffentlich alle wieder zur nächsten Arbeitsphase einfinden.

In diesem Sinne, eine freudvolle Adventszeit, schöne Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2016 an alle Musiker und Freunde des Landesblasorchesters!

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Über alexazinsser

Ich spiele mit kinderbedingten Unterbrechungen seit 2001 als Klarinettistin im LBO mit. Mit der Musik habe ich bereits vor 20 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht. Beim LBO spiele ich, weil ich hier ein hohes Niveau und eine freundschaftliches Miteinander der Musiker erlebe. Das LBO ist wie eine "Musikfamilie" für mich.

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