Die Rakete hebt langsam weiter ab im „Cap Murrhardt“

Es geht unaufhaltsam auf die Abreise nach Kalifornien zu!

Nur noch gut zwei Wochen dauert es, bis das Landesblasorchester das vertraute Deutschland verlässt und sich in die Vereinigten Staaten aufmacht. Bevor wir allerdings auf der WASEB-Konferenz in San José auftreten werden, um europäische Blasmusik in feinster Qualität darzubieten, werden wir zuvor noch einmal in Murrhardt proben – auch Cap Kennedy steht da auf dem Programm. Ohne Fleiß kein Preis – bei diesen langen Pausen zwischen den Konzerten sind diese Proben und Konzerte wichtig.

Dieses Wochenende ist jedoch für unsere Reise von besonderer Bedeutung: In Murrhardt wird zum ersten Mal das Orchester in der reduzierten Besetzung spielen, die so auch tatsächlich in den USA zusammen musiziert. Es wird also in gewisser Weise eine weitere kleine Premiere an diesem Wochenende zustande kommen. Ich, als einzig mitreisender Kontrabassist, bin bereits gespannt, wie unser Dirigent Björn Bus den Klang so zurechtbiegen wird, dass der volle, ausgewogene Sound dennoch erhalten bleiben wird – denn in meinem „Register“ gab der Fünfsaiter mit meinem Viersaiter zusammen dem Streicherklang bislang einen für mich sehr zufriedenstellenden Sound. Und dann ist da ja auch noch die Frage, was für ein Instrument ich in den USA spielen werde. Mein eigenes Instrument mitzunehmen macht keinen Sinn, da ich kein Flightcase besitze, es zu kaufen auch zu teuer wäre und der Transport ebenso Zusatzkosten betragen würde, die es sinnvoller machen, vor Ort einen Bass zu leihen. Ich werde die Situation wohl erst vor Ort mitbekommen und einschätzen können, aber in unserer modernen vernetzten Welt, in der alles scheinbar perfekt geplant werden kann, machen manche Unsicherheiten auch einen Reiz einer solchen Reise aus – denn irgendwie wird es immer gehen. Außerdem kann man vielleicht auch auf Menschen hoffen, die solche Erfahrungen bereits gemacht haben und dann eine gewisse Nachsicht dafür aufbringen können.

Aber zunächst wird dieses Wochenende eine tolle und spannende Vorbereitung, das wir mindestens ebenso genießen werden, wie die Konzerte in den USA, die uns mit Plakatankündigungen der Konzertorte per E-Mail auch bereits schmackhaft gemacht werden. Denn was gibt es schöneres, als vor einem treuen Publikum zu spielen, das von der Energie der dargebotenen Musik begeistert ist und dadurch den imaginären Start der Rakete körperlich miterfährt?!

Wir werden uns mit diesem Konzert auf eine Konzertreise verabschieden, die allen aktiv und passiv teilhabenden Menschen – ob mitspielend, in Deutschland bleibend und per Blog nachverfolgend oder auch nur durch eine „ersponsorten“ Postkarte teilnehmend – noch lange in Erinnerung bleiben wird und unsere persönliche und musikalische Erfahrung bereichert. Und was bedeutet es für mich persönlich noch ganz besonders? Wenn man schon mal dort ist, muss man es auch nutzen. Nach einem erfolgreichen Examen für meine Verlobte und mich und vor dem Beginn des Referendariats nutzen wir die Möglichkeit eines späteren Rückfluges, und ziehen unsere Hochzeitsreise ein paar Monate vor, in denen wir zweieinhalb Wochen durch die Nationalparks Kaliforniens reisen werden.

Vielen Dank liebes LBO für dieses tolle Orchester und dieses Mammutprojekt LBO goes San José!

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Über Arne

Ich bin seit 2011 mit viel Vergnügen im Orchester als Kontrabassist tätig und begeistert über die Klangvielfalt des LBOs. Mit dem ersten Blasorchester, in dem ich mitspiele, darf ich jetzt auch zu einer wirklich tollen Gelegenheit meine erste Reise in die USA machen und die europäische Blasmusik als Streicher vertreten.

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