Mein persönlicher Weg nach San José….

war von Anfang an kein leichter. Lange sah es so aus, als ob ich dem Flugzeug nach Kalifornien in Frankfurt würde hinterherwinken müssen. Mein Mann Helmut und ich spielen beide im LBO, er Bassposaune, ich Klarinette. Da wir drei teilweise schulpflichtige Kinder haben sah es zunächst nicht so aus, als ob wir es ermöglichen können, beide die Reise an zu treten. Die beiden Omas kümmern sich toll um unsere drei Buben und haben dazu während der regulären LBO- Termine auch genügend Gelegenheiten. Vier Probewochenenden im Jahr, einiges an Konzerten, CD- Aufnahmen und auch kleinere Reisen, wie beispielsweise im letzten Jahr in die Niederlande, der Heimat unseres neuen Chefdirigenten Björn Bus, da kommt schon was zusammen. Eine zehntägige Kalifornienreise ist da noch mal eine ganz andere Größenordnung!

Da wir eine so lange Betreuungszeit für unsere drei Jungs, die im Alter zwischen drei und neun Jahren nun auch nicht gerade unanstrengend sind, schlicht für unzumutbar hielten, hatten wir uns eigentlich schon damit abgefunden, dass nur einer die Reise würde antreten können. Die Entscheidung fiel unter musikalischen Gesichtspunkten, da es nun mal nur eine Bassposaune gibt aber viele Klarinetten.

In solchen Momenten versucht man ja tapfer zu sein, sagt sich, naja, halt gerade der falsche Zeitpunkt, es gibt auch noch andere Gelegenheiten (bitte???), aber natürlich schmerzt es. Reisen mit dem LBO gehören mit zu den schönsten Erlebnissen in meinem Musikerleben. Noch immer bekomme ich unwillkürlich eine Gänsehaut, wenn ich an unsere Berlinreise 2011 und unser hochemotionales Konzert mit Maslankas 7. Symphonie in der Berliner Philharmonie denke. Von so etwas zehrt man ein Musikerleben lang.

Und eben so ein Ereignis verspricht ja nun unsere Kalifornienreise auch zu werden. Reisen mit dem LBO ist sowieso immer toll, halt wie ein großer Familienausflug. Zudem hier natürlich die Aussicht auf ein tolles Konzert vor Fachpublikum im würdigen Ambiente des California Theatre in San José auch wieder mit einem bewegenden Programm im Gepäck.

Im Orchester machte sich zunehmend die Euphorie breit. Natürlich, so ein Megaprojekt erfordert ja auch langwierige und höchst aufwendige Planung. Respekt an alle in der Vorstandschaft und im Planungsteam, die sich dieser riesigen Aufgabe stellen. Ich habe versucht, mich dem Ganzen etwas zu entziehen, wie vermutlich auch die anderen, die aus beruflichen, familiären oder sonstigen Gründen die Reise nicht mitmachen können oder wollen. Aber eigentlich ist das gar nicht so richtig möglich. Natürlich ist die Reise – völlig zurecht – ständig in aller Munde, werden Dinge zum Ablauf, der Finanzierung und nicht zuletzt auch zur musikalischen Realisierung besprochen.

Für mich ergab sich nun Anfang des Jahres doch noch die Möglichkeit, an der Reise teilzunehmen. Unsere Kinder werden nach einem ausgeklügelten System auf mehrere Betreuer verteilt, zwischendurch auch mal getauscht, und strapazieren so hoffentlich in möglichst geringer Weise die Nerven der wirklich entgegenkommenden Kinderbetreuer. Ich kann mich nun also – zwar noch mit einem lachenden und einem weinenden (oder zumindest etwas besorgten) Auge – auch auf dieses große Abenteuer „LBO goes San Jose“ einlassen. So langsam macht sich die Vorfreude breit, aber es gibt noch so viel zu tun!

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Über alexazinsser

Ich spiele mit kinderbedingten Unterbrechungen seit 2001 als Klarinettistin im LBO mit. Mit der Musik habe ich bereits vor 20 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht. Beim LBO spiele ich, weil ich hier ein hohes Niveau und eine freundschaftliches Miteinander der Musiker erlebe. Das LBO ist wie eine "Musikfamilie" für mich.

Ein Gedanke zu “Mein persönlicher Weg nach San José….

  1. Liebe Alexandra,

    ich finde es ganz toll, dass Helmut und Du es möglich gemacht habt, dass Ihr beide mitreisen könnt. Schön, dass Ihr dabei seid.

    Liebe Grüße
    Ingrid

    Gefällt 1 Person

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