Archiv für den Monat Juni 2015

Endlich geschafft… oder?: Gute Organisation ist Alles!

Wahrscheinlich als eine der letzten (mal wieder), habe auch ich es geschafft, meine sprichwörtlichen „sieben Sachen“ beieinander zu haben. Große Ereignisse werfen Ihren Schatten weit voraus, so sagt man. Nun, ich neige da eher zur Progastination, will sagen, ich neige dazu, Dinge unangenehmer Art vor mir her zu schieben, bis es aber auch gar keinen Aufschub mehr duldet.

Wie gut, dass wir im LBO jemanden haben, der uns das Denken ein ganzes Stück abnimmt und zudem jeden notwendigen Schritt so aufbereitet, dass es auch für den Unorganisiertesten ein Leichtes ist, ihn ab zu haken. Das gesamte Orga-Team des LBO, für dessen Mitglieder die Organisation der Reise bereits seit Monaten zu einem heimlichen (oder eher unheimlichen) Vollzeitjob geworden ist, leistet im Hintergrund für uns unglaublich gute Arbeit. Dennoch, mein Retter in der Not, meistens und immer wieder ist und bleibt Erich Hermann, seit Menschengedenken Personalreferent des LBO. Er vereint in sich zwei Vorzüge, die mir komplett abgehen: er ist sensationell strukturiert und außerdem sehr USA erfahren. Und das Beste: Er teilt dies mit uns allen!

Die USA- Reise war für mich gedanklich noch Lichtjahre weit weg, da wurde ich bereits mit Aufträgen versorgt. Auf der Website des LBO im internen Bereich gab es nun Checklisten, was es zu erledigen gilt. Fabelhaft aufbereitet, ausführlich erklärt und meistens auch gleich mit den nötigen Adressen, oder Links ausgestattet: Reisepass checken, gegebenenfalls einen neuen beantragen, ca. 3 Monate vorher.

Noch ewig Zeit, denke ich mir, bin dann aber doch ein wenig stolz, dass ich Erichs Erinnerungsmail „Letzte-Möglichkeit-zur-Beantragung-eines-neuen-Reisepasses“um eine ganze Woche zuvor komme. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Auch bei der ESTA-Anmeldung will ich das nun schaffen. Dieses elektronische Verfahren ermöglicht es Bürgern aus den USA nahe stehenden Nationen, den Einreiseantrag auf elektronischem Wege und vergleichsweise unbürokratisch zu erledigen, anstatt formal ein Visum zu beantragen. Dies kann eigentlich bis 72 Stunden vor der Einreise erfolgen, allerdings hat man dann auch im Falle einer Ablehnung des Antrages keine Möglichkeit mehr, die Einreise auf anderem Wege zu regeln.

Nun auch hier schaffte ich es, Erichs letzten Aufruf um wenige Tage zu unterbieten, aber nur fast. Denn leider scheiterte ich bei näherer Betrachtung des Antrages dann doch daran, dass man die fällige Gebühr von 14 $ nur per Kreditkarte entrichten kann und ich hatte noch gar keine Kreditkarte. Ohne Kreditkarte keine Einreise in die USA.

Also zunächst eine Kreditkarte beantragen. Nach gründlichen Recherchen und Analysen der vielfältigen Angebote beantragten wir die erste Kreditkarte unseres Lebens. Deren Auslieferung wurde durch den Poststreik leider etwas verzögert. Erichs letzter Aufruf für die Anmeldung kam, verstrich und wir waren nach wie vor ohne ESTA. Endlich kam die Kreditkarte und offensichtlich konnten wir die obligatorischen Fragen nach ansteckenden Krankheiten und eventuellen terroristischen Vorhaben zufriedenstellend beantworten, den 72 Stunden später hatten auch wir sie: Die Genehmigung zur Einreise in die USA.

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Die Rakete hebt langsam weiter ab im „Cap Murrhardt“

Es geht unaufhaltsam auf die Abreise nach Kalifornien zu!

Nur noch gut zwei Wochen dauert es, bis das Landesblasorchester das vertraute Deutschland verlässt und sich in die Vereinigten Staaten aufmacht. Bevor wir allerdings auf der WASEB-Konferenz in San José auftreten werden, um europäische Blasmusik in feinster Qualität darzubieten, werden wir zuvor noch einmal in Murrhardt proben – auch Cap Kennedy steht da auf dem Programm. Ohne Fleiß kein Preis – bei diesen langen Pausen zwischen den Konzerten sind diese Proben und Konzerte wichtig.

Dieses Wochenende ist jedoch für unsere Reise von besonderer Bedeutung: In Murrhardt wird zum ersten Mal das Orchester in der reduzierten Besetzung spielen, die so auch tatsächlich in den USA zusammen musiziert. Es wird also in gewisser Weise eine weitere kleine Premiere an diesem Wochenende zustande kommen. Ich, als einzig mitreisender Kontrabassist, bin bereits gespannt, wie unser Dirigent Björn Bus den Klang so zurechtbiegen wird, dass der volle, ausgewogene Sound dennoch erhalten bleiben wird – denn in meinem „Register“ gab der Fünfsaiter mit meinem Viersaiter zusammen dem Streicherklang bislang einen für mich sehr zufriedenstellenden Sound. Und dann ist da ja auch noch die Frage, was für ein Instrument ich in den USA spielen werde. Mein eigenes Instrument mitzunehmen macht keinen Sinn, da ich kein Flightcase besitze, es zu kaufen auch zu teuer wäre und der Transport ebenso Zusatzkosten betragen würde, die es sinnvoller machen, vor Ort einen Bass zu leihen. Ich werde die Situation wohl erst vor Ort mitbekommen und einschätzen können, aber in unserer modernen vernetzten Welt, in der alles scheinbar perfekt geplant werden kann, machen manche Unsicherheiten auch einen Reiz einer solchen Reise aus – denn irgendwie wird es immer gehen. Außerdem kann man vielleicht auch auf Menschen hoffen, die solche Erfahrungen bereits gemacht haben und dann eine gewisse Nachsicht dafür aufbringen können.

Aber zunächst wird dieses Wochenende eine tolle und spannende Vorbereitung, das wir mindestens ebenso genießen werden, wie die Konzerte in den USA, die uns mit Plakatankündigungen der Konzertorte per E-Mail auch bereits schmackhaft gemacht werden. Denn was gibt es schöneres, als vor einem treuen Publikum zu spielen, das von der Energie der dargebotenen Musik begeistert ist und dadurch den imaginären Start der Rakete körperlich miterfährt?!

Wir werden uns mit diesem Konzert auf eine Konzertreise verabschieden, die allen aktiv und passiv teilhabenden Menschen – ob mitspielend, in Deutschland bleibend und per Blog nachverfolgend oder auch nur durch eine „ersponsorten“ Postkarte teilnehmend – noch lange in Erinnerung bleiben wird und unsere persönliche und musikalische Erfahrung bereichert. Und was bedeutet es für mich persönlich noch ganz besonders? Wenn man schon mal dort ist, muss man es auch nutzen. Nach einem erfolgreichen Examen für meine Verlobte und mich und vor dem Beginn des Referendariats nutzen wir die Möglichkeit eines späteren Rückfluges, und ziehen unsere Hochzeitsreise ein paar Monate vor, in denen wir zweieinhalb Wochen durch die Nationalparks Kaliforniens reisen werden.

Vielen Dank liebes LBO für dieses tolle Orchester und dieses Mammutprojekt LBO goes San José!

Mein persönlicher Weg nach San José….

war von Anfang an kein leichter. Lange sah es so aus, als ob ich dem Flugzeug nach Kalifornien in Frankfurt würde hinterherwinken müssen. Mein Mann Helmut und ich spielen beide im LBO, er Bassposaune, ich Klarinette. Da wir drei teilweise schulpflichtige Kinder haben sah es zunächst nicht so aus, als ob wir es ermöglichen können, beide die Reise an zu treten. Die beiden Omas kümmern sich toll um unsere drei Buben und haben dazu während der regulären LBO- Termine auch genügend Gelegenheiten. Vier Probewochenenden im Jahr, einiges an Konzerten, CD- Aufnahmen und auch kleinere Reisen, wie beispielsweise im letzten Jahr in die Niederlande, der Heimat unseres neuen Chefdirigenten Björn Bus, da kommt schon was zusammen. Eine zehntägige Kalifornienreise ist da noch mal eine ganz andere Größenordnung! Mein persönlicher Weg nach San José…. weiterlesen

Crowdfunding – Was ist das?

Gemeinsam etwas möglich machen: Das ist die Grundidee von Crowdfunding. Zusammengesetzt aus den englischen Begriffen „crowd“ (=Menschenmasse) und „funding“ (=Finanzierung) lebt Crowdfunding vom Mitmachen. So werden viele kleine Einzelbeträge gesammelt, um größere Finanzierungen für Projekte zu sichern.

Durch die BW-Bank haben wir für unser Crowdfunding-Projekt einen Partner gefunden, der als Vertrauensperson das Einsammeln der Spenden übernimmt. Als Bezahlmethode kann zwischen einer Kreditkarten-Abbuchung, einer Lastschrift vom Girokonto oder einer normalen Überweisung mittels Überweisungsbeleg, den Sie bei Ihrer Bank abgeben, gewählt werden.

Nur im Erfolgsfalle – und dabei spielen Sie eine entscheidende Rolle! – erhält das Landesblasorchester Ihre Spenden. Sollte das Crowdfunding-Projekt nicht erfolgreich abgeschlossen werden können, werden durch die BW-Bank alle Spenden rückabgewickelt.

Darum: lassen Sie uns geschlossen hinter dieser tollen Sache stehen und helfen Sie uns bei dem ambitionierten Ziel europäische und deutsche sinfonische Blasmusikliteratur der Weltöffentlichkeit in den USA zu präsentieren. Hier geht’s zu einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie sich beteiligen können: http://www.landesblasorchester.de/home/crowd-funding/wie-geht-das/.

Vielen Dank und bis bald an dieser Stelle!